Am fünften Tag der Projektwoche fand kein Workshop statt, da einige Teilnehmer/Innen krankheitsbedingt einen Tag zum Ausruhen benötigten.
Die verbliebene Gruppe machte sich frühmorgens mit dem RE5 auf nach Rostock und weiter an die Ostsee.

Anreise und Straßenbahn waren größtenteils barrierefrei. Die Erkundung des Stadthafens in Rostock stellte die Teilnehmer/Innen schnell vor ein typisches Problem vieler Städte: Eine fehlende Ausschilderung für Menschen mit Behinderungen. Die große Treppenanlage hinunter zum Hafen bot keinerlei Hinweise darauf, wie Rollstuhlfahrende den Höhenunterschied überwinden können. Erst nach längerer Suche entdeckten wir zufällig einen Aufzug in einem Parkhauszugang, der uns schließlich hinunter zum Stadthafen brachte.

In der historischen Altstadt Warnemündes, die wir nachmittags besuchten, sind viele Geschäfte nur über Stufen erreichbar wie wir dies schon von anderen historischen Städten her kannten. Hier schützen die Treppenstufen zusätzlich vor Hochwasser. Einige Rampen existieren, werden aber gern mal zugestellt, da Rollstuhlfahrer angeblich selten sind – dies vielleicht, weil die Rampen und damit die für Rollstuhlfahrer einzigen Geschäftszugänge zugestellt werden? Positiv hervorzuheben ist die Mole von Warnemünde: Stufenlos befahrbar, breite Rampen und befestigte Wege am Leuchtturm und Teepott ermöglichen einen guten Zugang zur Ostsee.

Auf der Rückfahrt musste eine mobile Rampe von einem anderen Zug geholt werden, da der eingesetzte Zug kein Rollstuhlabteil hatte. Im alternativen Fahrradabteil gab es zudem kein Rollstuhl-WC – eine fehlende durchgehende Bahninfrastruktur bleibt ein Problem. Gleichzeitig zeigen die 20-Minuten-Pendelzüge zwischen Rostock und Warnemünde mit automatisch ausfahrbaren Einstiegshilfen, dass barrierefreie Mobilität möglich ist.

T

Fazit:

Der fünfte Tag der Aktionswoche zeigte eindrücklich, dass barrierefreie Teilhabe im öffentlichen Raum und im Nahverkehr noch immer nicht selbstverständlich ist. Während die Anreise nach Rostock und Warnemünde überwiegend barrierefrei möglich war und die Mole von Warnemünde einen guten Zugang zur Ostsee bot, erschwerten fehlende Ausschilderungen, schwer auffindbare Aufzüge und zugestellte Rampen die Orientierung und selbstständige Fortbewegung. Auch die Rückfahrt verdeutlichte die bestehenden Lücken in der Bahninfrastruktur, insbesondere beim Zugang zu geeigneten Rollstuhlplätzen und barrierefreien Toiletten. Gleichzeitig machten die automatisch ausfahrbaren Einstiegshilfen der Pendelzüge deutlich, dass praktikable barrierefreie Lösungen bereits vorhanden sind. Insgesamt wurde deutlich, dass Barrierefreiheit konsequent geplant, sichtbar ausgeschildert und im Alltag zuverlässig umgesetzt werden muss.

diese Kabelbrücke in Rostock ist schlecht für Rollstuhlfahrer
Rollstuhlfarer genießen dank Matten den Sandstrand
schlechte Ersatzrampe für zugestellte Rampe
Schiffe im Hafen
Möwe über Zaun am Wasser
probarrierefrei
Vielen Dank!
Das Formular wurde erfolgreich versendet!