Bad Driburg – Der jüngste städtische Bericht im Mitteilungsblatt der Kurstaft über die Arbeit im Kinder- und Jugendtreff in der Alleestraße zeigt ein engagiertes Team, vielfältige Angebote und eine seit 30 Jahren bestehende Kooperation zwischen Stadt und katholischer Kirchengemeinde. Doch aus Sicht von pro barrierefrei e.V. bleibt ein wesentlicher Aspekt unerwähnt: die Inklusion. Mal wieder!
„Es fehlt – wie so oft – jeder Hinweis darauf, ob Kinder und Jugendliche mit körperlichen Beeinträchtigungen überhaupt dieselben Angebote nutzen können“, kritisiert der Verein. Für Familien, deren Kinder auf Rollstuhl, Gehhilfen oder besondere räumliche Bedingungen angewiesen sind, sei es ein schmerzliches Gefühl, wenn sie wissen, dass ihr Kind außen vor bleiben muss. Gerade Einrichtungen, die mit öffentlichen Geldern arbeiten und gleichzeitig kirchliche Verantwortung tragen, müssten hier sensibel und vorbildlich handeln.
Besuch vor Ort: pro barrierefrei e.V. verschafft sich Eindruck
Um die Situation realistisch beurteilen zu können, besuchte Alexander Bieseke, Vorstandsmitglied und Pressesprecher von pro barrierefrei e.V., den Kinder- und Jugendtreff in der Alleestraße persönlich. Dort wurde er von der Leiterin Maren Sievers und Mitarbeiterin Franziska Fischer empfangen.
Beide zeigten großes Verständnis für die Bedeutung gesellschaftlicher Teilhabe und machten deutlich, dass ihnen Inklusion ein wichtiges Anliegen ist. Der Austausch vor Ort verdeutlichte, dass sowohl das Team als auch der Träger offen für Verbesserungen sind.

Geplante Verbesserungen: Barrierefreie Zuwegung und WC
Positiv hebt pro barrierefrei e.V. hervor, dass für den Standort in der Alleestraße konkrete Maßnahmen geplant sind:
Im kommenden Jahr soll eine rollstuhlgerechte Zuwegung zur unteren Etage entstehen, die gleichzeitig einen neuen Eingang erschließt. Zudem soll ein bestehendes WC zu einem barrierefreien Unisex-WC umgebaut werden.



„Das finden wir natürlich großartig“, betont Alexander Bieseke. „Diese Schritte zeigen deutlich, dass sich etwas bewegt und das Thema Barrierefreiheit ernst genommen wird.“
„Offene Baustelle“: Jugendtreff im Gemeindezentrum Zum verklärten Christus
Weiterhin ungelöst bleibt jedoch die Situation im Jugendtreff der Südstadt, der im Gemeindezentrum Zum verklärten Christus untergebracht ist. Der Zugang ist dort nach wie vor nicht barrierefrei.
„Auch hier brauchen wir dringend eine Lösung“, fordert Bieseke. Eine offene Jugendarbeit müsse alle jungen Menschen willkommen heißen – unabhängig von körperlichen Voraussetzungen. Er erinnert dabei an die biblische Geschichte vom gelähmten Mann, der durch das Dach zu Jesus herabgelassen wurde: „Damals wie heute gilt: Hindernisse dürfen kein Grund sein, Menschen auszuschließen.“
pro barrierefrei e.V. erwartet daher, dass Stadt und Kirchengemeinde auch für diesen Standort zeitnah konkrete Pläne zur barrierefreien Umgestaltung entwickeln.