Alexander Bieseke

Waren (Müritz). Der vierte Tag der Inklusionsreise stand ganz im Zeichen von Austausch, praktischen Einblicken und gelungenen Beispielen für Barrierefreiheit – begleitet von anhaltendem Regen, der die Motivation der Teilnehmenden jedoch nicht schmälerte.

Am Vormittag führte der Weg zunächst zum Schmetterlingshaus, einem barrierefreien Nachbarschaftshaus mit vielseitigen Räumlichkeiten und moderner technischer Ausstattung. Dort stellte die Gruppe interessierten Gästen das Konzept der Hamburger Arbeitsassistenz vor. Im Fokus stand dabei der Vergleich zwischen Werkstätten für Menschen mit Behinderungen und Initiativen, die eine direkte Integration in den ersten Arbeitsmarkt ermöglichen. Unterschiede wurden anschaulich erklärt, Chancen aufgezeigt und Vorteile praxisnah diskutiert.

Im Anschluss machte sich die Gruppe gemeinsam mit Hanni Rossek auf den Weg zum Volksbad an der Müritz. Die traditionsreiche Anlage am Seeufer ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie Barrierefreiheit im Freizeitbereich umgesetzt werden kann. Durch gezielte Investitionen wurde hier eine Infrastruktur geschaffen, die auch Menschen mit Mobilitätseinschränkungen den Zugang zum Wasser ermöglicht.

Ein spezieller Hebearm erlaubt es, Rollstuhlfahrerinnen und -fahrer sicher ins Wasser zu bringen. Ergänzt wird dies durch verschiedene Rampenlösungen: Eine lange Rampe führt schrittweise in die Müritz, während zusätzliche Treppenzugänge unterschiedliche Wassertiefen erschließen. Eine weitere flache Rampe ermöglicht es, mit geeigneten Rollstühlen direkt ins Wasser zu fahren. Auch Umkleiden und Sanitäranlagen sind vollständig barrierefrei gestaltet. Das Naturbad zeigt damit eindrucksvoll, wie inklusive Freizeitangebote konkret umgesetzt werden können.

Im weiteren Verlauf des Tages besuchte die Gruppe ein Inklusionshotel der Lebenshilfe, das idyllisch an der Müritz gelegen ist. Dort wurde deutlich, wie Inklusion im Tourismus gelebt werden kann – sowohl für Gäste als auch für Mitarbeitende mit Behinderungen.

Ein Teil der Gruppe nutzte anschließend die verbleibende Zeit für einen Besuch im Müritzeum. Das moderne Naturerlebniszentrum widmet sich der einzigartigen Landschaft der Mecklenburgischen Seenplatte und bietet vielfältige Einblicke in Flora und Fauna der Region. Positiv hervorzuheben ist auch hier die barrierefreie Ausstattung: Ein Fahrstuhl ermöglicht den Zugang zu allen Ebenen, zudem stehen barrierefreie Sanitäranlagen zur Verfügung.

Die zur Verfügung stehende Zeit erwies sich jedoch als knapp, da das Müritzeum bereits um 18 Uhr schließt. Viele Ausstellungsbereiche konnten daher nur kurz angerissen werden. Für einen umfassenden Besuch empfiehlt es sich, deutlich mehr Zeit einzuplanen.

Trotz des regnerischen Wetters zog die Gruppe am Ende des Tages ein positives Fazit: Die besuchten Einrichtungen zeigten eindrucksvoll, wie Barrierefreiheit und Inklusion in unterschiedlichen Lebensbereichen umgesetzt werden können. Gleichzeitig wurde deutlich, dass es weiterhin wichtig ist, solche Angebote sichtbar zu machen und weiter auszubauen.

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