Fußgänger und Schulwege oft vernachlässigt
Selbsthilfegruppe pro barrierefrei e.V. kritisiert fehlende Räum- und Streupflichten auf Gehwegen und an Bushaltestellen

In der Diskussion um den Winterdienst stehen in der Regel Straßen, Fahrzeuge und Busse im Vordergrund.
Die Selbsthilfegruppe pro barrierefrei e.V. weist nun darauf hin, dass dabei eine entscheidende Gruppe häufig vergessen wird: Fußgängerinnen und Fußgänger, Kinder, Menschen mit Behinderungen, Rollator- oder Rollstuhlnutzende sowie Eltern mit Kinderwagen.
„Verkehrssicherheit endet nicht an der Fahrbahn. Sie beginnt auf dem Gehweg“, betont Wilk Spieker, Vorsitzender der gemeinnützigen Selbsthilfegruppe. Aktuell komme es jedoch immer wieder zu erheblichen Defiziten: Viele Grundstückseigentümer, Immobilienbesitzer oder deren Mieter räumen die Gehwege nicht ausreichend, entfernen Schnee nicht vollständig oder lassen Absenkungen, Einfahrten und Bushaltestellen blockiert.
Besonders kritisch sei dies an Bushaltestellen: Zwar werden Wartebereiche oft geräumt, der Zugang zum Bus oder das Verlassen desselben sei aber häufig nur eingeschränkt möglich. Auch Schulwege seien betroffen. Kinder, die Vereistes oder verschneite Gehwege meiden müssen, geraten dadurch regelmäßig auf die Fahrbahn – ein erhebliches Sicherheitsrisiko.

Die Selbsthilfegruppe fordert von der Kommune konsequentes Handeln: Gehwege, Schulwege und Bushaltestellen müssen prioritär geräumt und kontrolliert werden. Grundstückseigentümer sind zur Einhaltung ihrer Räum- und Streupflicht zu ermahnen. Nur so könne eine inklusive und lebensnahe Verkehrssicherung gewährleistet werden.
„Fußgänger, Kinder und mobilitätseingeschränkte Menschen dürfen nicht die Leidtragenden eines vernachlässigten Winterdienstes sein“, so pro barrierefrei e.V. abschließend.