Mangelhafte Schneeräumung durch Hauseigentümer

Bad Driburg.  Das Wetterphänomen, das uns den massiven Wintereinbruch bescherte, war rechtzeitig angekündigt. Vom starken Schneefall über heftige Verwehungen bis hin zu knackigen Minustemperaturen war alles dabei. Einen solchen Winter hat es schon länger nicht mehr gegeben.

Nun häufen sich die Klagen. An den Straßenrändern abgestellte Autos, die Fußgänger auf den Gehwegen schon oft ausgebremst haben, behindern nun noch mehr den Verkehr und auch die Räumfahrzeuge. Die Abfallentsorgung stößt an ihre Grenzen, Mülltonnen blieben stehen. Die öffentliche Hand ist mittlerweile mit Hilfe von Bauhof und Landwirten dabei, Schneeberge mit Schneefräsen, Radladern und Lastwagen bis in den späten Abend aus den Straßen herauszuholen. 

Viele Eigentümer, die für das Freimachen der Gehwege verantwortlich sind, scheinen die Lage jedoch noch nicht erfasst zu haben.

Inge Ernst, Sprecherin der Selbsthilfegruppe pro barrierefrei – bad driburg, übt Kritik am Zustand der Gehwege: „Ein reines Chaos und wirkliches Spießroutenlaufen für Fußgänger, Rollatoren und Rollstuhlnutzer! Dass es an den ersten zwei Tagen nach dem Schneeeinbruch zu Behinderungen kommen kann, ist absolut verständlich.  Dass aber am Samstag, sechs Tage danach, fast jeder zweite Gehweg immer noch nicht geräumt wurde, und zwar in einer geeigneten Breite für uns Menschen mit Behinderungen oder Eltern mit Kinderwagen, ist absolut unverständlich und belegt erneut, wie teilweise unsensibel die Gesellschaft Menschen mit Beeinträchtigungen gegenübersteht.“

“Wir mit unseren Hilfsmitteln haben da oft gar keine Chance und müssen auf den öffentlichen Straßenraum ausweichen”

Die Straßenreinigungs- und Gebührensatzung von 2007 sieht eine Räumbreite von einem Meter vor, werde allerdings oft als eine Schieberbreite verstanden. Das gelte leider auch für die Durchgänge bei der Straßenquerung, bedauert die Nutzerin eines Rollators. Andere Städte fordern ihre Anwohner auf, eine Breite von 1,5 Metern freizuhalten. Warum unser Kur- und Badeort hier absolut rückständig agiere, verstehe sie nicht. „Wir mit unseren Hilfsmitteln haben da oft gar keine Chance und müssen auf den öffentlichen Straßenraum ausweichen, was wiederum zum Ärger bei den Autofahrern sorgt. Ich war am Donnerstag mit meinem Rollator zur Physiotherapie. Anschließend musste ich zu meinem Hausarzt und in die Apotheke. Auch für den Einkauf wollte ich sorgen. Selbst in der Innenstadt, der Langen Straße, mussten mir freundliche Passanten dabei helfen, meinen Rollator über Gehwegbereiche zu tragen, da selbst Geschäftsinhaber ihrer Räumpflicht dort nur unzureichend nachkommen“, klagt die Bad Driburgerin. Sie hat den Eindruck, dass für den Autoverkehr mehr getan worden sei als für Fußgänger.

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